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Erinnerungskultur in Unna:

Beitrag der 10B bei der Verlegung einer Gedenkplakette für Ernst Gräwe am 1. Oktober

Es ist keine einfache Heldengeschichte, die hier erzählt werden kann. Ernst Gräwe, der Mann, dessen in Form der Gedenktafel an der Grundschule am Friedrichsborn gedacht wird, war Wehrmachtssoldat. Aber in einem entscheidenden Moment traf er eine ehrenwerte Entscheidung: Der am 1. Oktober 1914 in Königsborn geborene Soldat verweigerte am 10. April 1945 in Deventer den Befehl, niederländische Widerstandskämpfer zu erschießen. Diese Entscheidung musste er mit seinem Leben bezahlen.

Bei der Enthüllung der Gedenktafel an der Schule, die damals noch Overbergschule hieß und von Ernst Gräwe besucht wurde, gedachten Unna und Deventer gemeinsam. Neben dem Bürgermeister Dirk Wigant war auch eine Delegation aus den Niederlanden vor Ort und die Klasse 10B trug einen selbst erstellten Beitrag aus drei Teilen vor. Neben einer Einführung zum Anlass nahmen sie die Besucher_innen mit auf eine Zeitreise, in der die letzten Stunden Ernst Gräwes anschaulich dargestellt wurden. So hieß es darin: „Seit Jahren trägt er eine Uniform. Seit Jahren ist er Teil einer Armee, die einen furchtbaren Angriffskrieg führt. Wir wissen nicht, was Ernst Gräwe über diesen Krieg dachte. Wir wissen nicht, wann er zweifelte. […] Aber seine Entscheidung kennen wir: Er verweigert den Befehl.“ Warum wir heute gemeinsam und öffentlich an Gräwe erinnern? „Seine Geschichte zeigt uns, dass Mut nicht immer laut ist. Manchmal ist Mut nur ein einziges Wort. Nein. Nein zu Hass.Nein zu Gewalt. Nein zu Unrecht. Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo ein Mensch den Mut findet, nicht einfach mitzumachen.“