Schulprogramm des PGU

Vorwort des Schulleiters


„Programm“ eines Schulprogramms ist es, einen grundlegenden Konsens in Bildungs- und Erziehungsfragen für die einzelne Schule herzustellen und den Schulentwicklungsprozess zu begleiten und fortzuschreiben.

Entscheidend für einen guten Unterricht und eine lebendige Schulkultur ist, wie an einer Schule unterrichtet, beurteilt, gelebt und miteinander umgegangen wird. Damit ist klar, dass Schulentwicklung als permanenter Prozess begriffen werden muss und nie endet.

Deshalb ist unser Schulprogramm auch nicht als endgültiges Produkt anzusehen. Veränderungen im Schulentwicklungsprozess werden dem Schulprogramm neue Elemente hinzufügen oder auch bestehende Bausteine modifizieren.

Das Leitbild unseres Schulprogramms konzentriert sich auf vier gemeinsame Ziele:

Wissen erweitern

Verantwortung übernehmen

Verständigung üben

Zukunft wagen

Das Pestalozzi-Gymnasium ist UNESCO-Projektschule.

Seit dem 15. Juli 2005 gehört das Pestalozzi-Gymnasium Unna zu den ca. 130 UNESCO-Projektschulen in Deutschland, die diesen Titel tragen.

UNESCO-Projektschulen orientieren ihr Schulprogramm und ihre Unterrichtsarbeit an den Kernzielen, die sich aus den 1974 von der UNESCO verabschiedeten „Empfehlungen über die Erziehung zu internationaler Verständigung und Zusammenarbeit und zum Weltfrieden sowie die Erziehung im Hinblick auf die Menschenrechte und Grundfreiheiten“ ergeben. Demnach sind UNESCO-Projektschulen Lernorte, an denen die Schülerinnen und Schüler sowohl durch das Bildungsangebot als auch durch die Lernatmosphäre der Schule darauf vorbereitet werden, dass sie in dieser Welt nicht isoliert, sondern nur als Teil einer internationalen Gesellschaft leben und überleben können.
Insbesondere haben sich UNESCO-Projektschulen auch verpflichtet, innovative Arbeitsformen zu erproben und durch eine aktive Lernatmosphäre Schülerinnen und Schülern zum selbstständigen und kooperativen Lernen anzuleiten.
Der UNESCO-Gedanke durchzieht den Schulalltag wie ein „Roter Faden“ und ist besonders geeignet, das Leitbild der vier übergeordneten Ziele im Schulalltag umzusetzen.
Die Vielfalt der Aktivitäten an unserer Schule zeigt dies deutlich. So wird es möglich, dass sich alle Beteiligten der Schulgemeinde mit der Schule identifizieren können.

Das Schulprogramm sichert für alle Schülerinnen und Schüler eine qualifizierte Bildung und Erziehung, bereitet sie auf ein lebenslanges Lernen vor und gibt Raum für die individuelle Entwicklung und Entfaltung.

Wissen erweitern

In einer hochkomplexen, hochzivilisierten und hochtechnisierten Welt, die sich zudem im ständigen Wandel befindet, ist Wissen unerlässlich, damit Kinder und Jugendliche ihren Ort in dieser Welt finden.

Aber welches Wissen brauchen sie dazu? Zunächst einmal bedarf es eines bestimmten Grundlagenwissens, das die Teilhabe am sozialen, kulturellen und technischen Kommunikationszusammenhang überhaupt erst ermöglicht. Instrumentelles Wissen in diesem Sinn ist für die Bewältigung des Alltags wichtig.

Wenn die Kinder von der Grundschule zu uns kommen, bringen sie bereits einen Teil solchen Wissens mit. Aber sie wollen mehr lernen, sind neugierig und wissensdurstig. An solches Neugierverhalten wollen wir anknüpfen und es fördern, indem wir den Kindern Lernangebote machen, die sie darin bestätigen und üben, die wichtigen Fragen zu finden, zu stellen und sich Antworten darauf zu erschließen. Freilich reicht es dabei nicht aus, ausschließlich Faktenwissen anzuhäufen, das angesichts der rasanten Entwicklungen in Teilen schon bald wieder überholt sein kann.

Es kommt daher vielmehr darauf an, Qualifikationen und Kompetenzen zu erwerben, die es ermöglichen, das abstrakt Gewusste praktisch anzuwenden und auf andere Situationen zu übertragen. Wissen wird dann erweitert zu einem Prozess kontinuierlichen Lernens, der gestützt wird durch ein breites Spektrum an Methoden und Fertigkeiten, sich Neues zu erschließen, ein Prozess, der auch nach dem Ende der Schulzeit keineswegs zum Stillstand kommt.

Aber um wirklich seinen Ort in dieser Welt zu finden, braucht man noch mehr als ein "Was ist das" und "Wie geht das" Wissen. Um auszuwählen und zu entscheiden, in welche Richtung man sein Wissen erweitern und wozu man es einsetzten möchte, kommt es darauf an, es durch ästhetische, soziale und ethische Orientierungen zu ergänzen. Gerade auch diese Art von Orientierungswissen ist uns wichtig, wenn wir von "Wissenserweiterung" sprechen.

In diesem Sinne wird "Wissen" zur Bedingung der Möglichkeit, Wirklichkeit zu durchschauen und in ihr Verantwortung zu übernehmen für sich und zukünftige Generationen.

Verantwortung übernehmen

Die Fähigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, gehören zu den wesentlichen Eigenschaften eines mündigen Menschen und sind unabdingbare Voraussetzungen für ein erfülltes privates und demokratisch strukturiertes öffentliches Leben. In der Schule sollen diese Eigenschaften durch die Förderung eigenverantwortlichen Lernens gestärkt werden: Die Schüler und Schülerinnen entscheiden sich für die Ziele ihres schulischen Tuns, sie gestalten den Weg dorthin mit und lernen, sich als Subjekt des Lernprozesses zu begreifen. Sie stehen ein für Ziel, Weg und Erfolg ihrer Schullaufbahn. Durch den Rahmen schulischen Lernens nehmen sie aber auch ihre Rolle in Gruppen und in der Schulgemeinschaft wahr und beginnen, sie zu reflektieren: Sie erleben, dass ohne ihre Bereitschaft, ihre eigenen Perspektiven und ihr eigenes Tun mit denen anderer abzugleichen und zu harmonisieren, eine erfolgreiche Umsetzung ihrer eigenen Ziele kaum zu realisieren ist. Sie erkennen, dass sie selbst Einfluss nehmen auf und Anteil haben an den Wegen, Zielen und an dem Erfolg anderer. Durch die Einbindung der Schule in internationale Projekte und Begegnungen wird unmittelbar erfahrbar und damit einsichtig , wie weitreichend Entscheidungen aus der eigenen, relativ begrenzten Lebenswelt sind. Das Machbare als Ziel wird überprüft durch die Frage nach dem Verantwortbaren, woraus sich schließlich die Notwendigkeit des persönlichen Engagements zwingend ableitet, ein Weg, der in mehreren Gruppen unserer Schule beschritten wird. 

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Verständigung üben

Um sich miteinander zu verständigen, bedarf es zum einen der rein sprachlichen Fertigkeiten, d.h. der Fähigkeit, seine Gedanken, Gefühle und Meinungen in Muttersprache und angesichts der zunehmenden Globalisierung unserer europäischen Umwelt in möglichst mehreren modernen Fremdsprachen inhaltlich präzise und sprachlich korrekt auszudrücken. Im Zusammenhang damit wird es auch darauf ankommen, den Jugendlichen Zugänge zu den modernen Kommunikationstechnologien zu eröffnen, sie im Umgang damit zu schulen und deren Leistungen und Grenze auszuloten. Darüber hinaus sind die Einsicht in die verschiedensten außersprachlichen Elemente der Kommunikation und die Kenntnis unterschiedlicher Sprachebenen Voraussetzungen für das richtige, d.h. situationsangemessene Gesprächsverhalten. Die Bereitschaft, sich auf den Kommunikationspartner einzulassen, seinen persönlichen und kulturellen Hintergrund zu berücksichtigen und zu tolerieren, ihm zuzuhören, seine eigenen Standpunkte, Emotionen und Gedanken zu hinterfragen und zu relativieren, muss ebenfalls eingeübt werden, will man sich über Meinungen, Sachverhalte und Fakten verständigen und austauschen. Im schulischen Rahmen finden diese Aspekte ihren Niederschlag in dem Versuch, im Unterricht eine Gesprächskultur zu entwickeln, die grundlegende Kommunikationsformen z.B. Argumentation, Kommentar, Bericht etc. einübt, die sprachlichen Fähigkeiten der Jugendlichen schult und erweitert und sie dazu ermutigt, ihre Gedanken und Ideen in privaten und öffentlichen Situationen einzubringen und die Äußerungen der anderen Sprecher kritisch zu hinterfragen. Davon auszugehen, dass die dargestellten Gesprächssituationen immer konfliktfrei und einvernehmlich ablaufen, ist wie ein Blick in den Alltag von Familie, Schule, Berufswelt und öffentlichem Leben zeigt sicher naiv. Uns ist es daher sehr wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass auch ein Streit produktiv sein kann, wenn er fair ausgetragen und zeitig bereinigt wird, eine Einsicht, die in vielen konkreten Situationen des Schulalltags vermittelt wird.

Zukunft wagen

Mit diesen Zielen streben wir an, dass die jungen Menschen, die unsere Schule verlassen, sich den beruflichen und persönlichen Aufgaben, die vor ihnen liegen, mit Zuversicht stellen. Sie sollten das Bewusstsein haben, während ihrer Schulausbildung Fähigkeiten, Stärken und Wertorientierungen entwickelt zu haben, die es ihnen ermöglichen, engagiert ihre eigenen Wege zu finden, ihr Leben zu gestalten und teilzuhaben an einer Gesellschaft, die humane Züge trägt.

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