Nowy Sącz, Polen

Seit einigen Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler des PGU gemeinsam mit Frau Schulze Havixbeck und Frau Maass an einem Polenaustausch mit der  Partnerschule in Nowy Sącz, Südpolen, teil. 

Zum Programm der Fahrt gehört der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz Birkenau, der Stadt Oświęcim mit ihrer Synagoge sowie  ein Ausflug nach Krakau und die Besichtigung der Wawel-Kathedrale und der berühmten Tuchhallen (sukiennice) auf dem größten mittelalterlichen Marktplatz Europas. 

Im Gegenzug besuchen die polnischen Schülerinnen und Schüler die Stadt Köln und Dortmund. 

 

Anmeldung zur UNESCO-Studienfahrt nach Polen 2019

Bericht Studienfahrt Polen 2019

Am Sonntagmorgen, dem 20.01.2019, trafen wir uns (56 Schüler*innen der Einführungsphase des PGU und 4 Lehrkräfte), um gemeinsam nach Polen aufzubrechen. Am Abend trafen wir gegen 20 Uhr im Hostel in Krakau ein und bezogen die Zimmer. Anschließend gingen wir zum Essen in die Stadt, in Richtung des Marktplatzes, welcher noch weihnachtlich mit Lichterketten geschmückt war. Einige von uns probierten auch gleich typische polnische Gerichte, die sehr lecker schmeckten.

Gruppenfoto auf dem Marktplatz am Ankunftsabend (im Hintergrund die Tuchhallen)

Am Montag nahmen wir dann nach dem Frühstück an einer Stadtführung durch Krakau teil. Da diese ca. 5 Stunden dauerte, verlangte es uns bei den Minustemperaturen einiges an Geduld ab. Jedoch war es sehr interessant, die Stadt mit vielen unterschiedlichen Facetten kennenzulernen. Wir besichtigen Orte wie die Remu Synagoge oder das frühere Judenviertel.

Auf dem Friedhof hinter der Remu Synagoge im Stadtviertel Kazimierz

Am Dienstag brachen wir dann auch schon nach Oświęcim, Auschwitz, auf. Auch hier erwartete uns eine kleine Stadtführung, die in einem kleinen Museum mit einer Synagoge endete. Anschließend fuhren wir ins Zentrum für Dialog und Gebet, in dem wir für diese Nacht untergebracht waren. Vor dem Essen nahmen wir an einigen Workshops teil, die uns auf den Besuch der Gedenkstätte vorbereiten sollten. Wir sprachen in unseren Gruppen über unsere Erwartungen und Emotionen, die wir mit diesem Ort verbanden. Nach dem Essen haben wir uns den Film „Schindlers Liste“ angesehen und schon dort war eine ruhige und bedrückende Stimmung spürbar.

Auf dem Marktplatz von Oświęcim

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zur Gedenkstätte. Wir waren in drei Gruppen eingeteilt und begannen die Führung durch das Stammlager. Dort besichtigten wir einige Gebäude, in denen alte Dokumente, aber auch Anteile und Gegenstände der damaligen Häftlinge ausgestellt waren: Schuhe, Haare, Brillen, Töpfe, Beinprothesen behinderter Menschen. Eine unvorstellbare Zahl an getöteten Menschen hat etwas hinterlassen. Etwas, was für einige nicht sehr leicht anzuschauen war. Wir besichtigten aber auch ein Gebäude im Originalzustand. Hier waren Häftlingszellen vorzufinden. Zwei weitere beeindruckende Orte waren beispielsweise auch die Mauer, an der die Häftlinge erschossen wurden. Hier legten wir auch einige Blumen nieder. Außerdem sind wir kurz durch eine der alten Gaskammern hindurchgelaufen. Ein letztes bewegendes Ereignis im Stammlager war „ein Buch“, das aus einer Stange bestand, an der hunderte riesige Seiten hingen, auf denen Millionen Namen von gestorbenen Menschen aufgelistet waren. Dies war für viele ein sehr emotionaler Moment, da die riesige Zahl getöteter Menschen ein wenig anschaulicher geworden war.

    

        Töpfe, Kannen, Geschirr…                                                   "das Buch der Namen"

Nach der Führung durch das Stammlager machten wir eine kurze Pause, um uns aufzuwärmen und fuhren anschließend nach Birkenau. Hier erwartete uns ein weites Feld, auf dem das Tor und die Schienen mit der Rampe noch gut sichtbar waren. Auch viele der Holz- und Steinbaracken waren da, von denen wir einige besichtigten. Dies waren die „Unterkünfte“ der Häftlinge. Auch die Ruinen der gesprengten Gaskammern waren noch zu erkennen. Nach diesen beeindruckenden, schockierenden und bedrückenden Erlebnissen machen wir uns auf den Rückweg zum Zentrum, wo wir nach dem Essen ein Reflexionsgespräch mit der ganzen Gruppe führten.

     

Der Wachturm über dem Torbogen von Birkenau              Die Schienen entlang der „Judenrampe“

 

Donnerstagmorgen liefen wir dann zu einem Museum, welches am Ort von Oskar Schindlers Fabrik entstanden ist. Das Museum zeigte beispielsweise viele Aushänge von früher, die Vorschriften gegen Juden machten. Aber auch einige Töpfe, die früher in Schindlers Fabrik hergestellt wurden, waren zu sehen. Nach dem Museumsbesuch war uns freigestellt, was wir machen wollten, und jeder ließ den Tag auf seine Weise ausklingen.

 

Auf dem Wawel vor der Kathedrale und dem Schloss

Am nächsten Morgen, 25.01.2019, brachen wir früh morgens um 6 Uhr zur Heimreise auf. Wir nahmen eine erlebnisreiche und wundervolle Zeit mit und sind sehr dankbar dafür, dass uns diese Möglichkeit geboten wurde.                                  

    Mathilda Bremke, EF