Eindrückliche Tage in Krakau und Auschwitz: Gedenkstättenfahrt der EF
Schülerinnen und Schüler der EF erlebten Geschichte vor Ort und gewannen neue Perspektiven auf die Bedeutung des Erinnerns.
Bereits am 18.05.2026 nahm die EF unserer Schule im Rahmen der Vorbereitung auf die Gedenkstättenfahrt Mitte Juni nach Polen an einem Workshop zum Thema Auschwitz und die Nürnberger Prozesse teil. In einem zweistündigen Workshop setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den historischen Hintergründen und der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen auseinander.
Im Anschluss besuchte der Jahrgang gemeinsam das Kino, das nur für unsere EF geöffnet wurde, um den Film „Die Ermittlung“ zu zeigen. Der Film bot einen eindrucksvollen Einblick in die Auschwitzprozesse und regte zum weiteren Nachdenken und Austausch an.
Nun sind alle gespannt, wie eindrucksvoll der Aufenthalt in Polen wird und der Besuch von Auschwitz.
Vom 15. bis 19. Juni 2026 war es dann so weit. Die Einführungsphase (EF) des Pestalozzi-Gymnasiums Unna machte sich auf den Weg nach Krakau. Ziel der Reise war es, sich intensiv mit der Geschichte des Holocausts auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten.
Bereits am Montagmorgen um 5:30 Uhr starteten wir mit dem Bus am Pestalozzi-Gymnasium. Nach einer langen Fahrt erreichten wir gegen 19 Uhr die polnische Stadt Krakau. Nach dem Einchecken nutzten wir den Abend, um die Stadt zu erkunden. Dabei konnten wir einen beeindruckenden Sonnenuntergang genießen und erste Eindrücke von Krakau sammeln. Anschließend hatten wir etwas Freizeit und probierten unter anderem typische polnische Spezialitäten wie Pierogi.
Am Dienstag stand eine Führung durch das jüdische Viertel Kazimierz auf dem Programm. Dort erhielten wir Einblicke in das frühere und heutige jüdische Leben in Krakau. Auch der Besuch einer Synagoge gehörte dazu. Durch die anschaulichen Erklärungen unserer Guides konnten wir viel über die Geschichte und Kultur der jüdischen Gemeinschaft in Krakau erfahren. Danach blieb Zeit, die Stadt auf eigene Faust weiter zu entdecken.
Der Mittwoch führte uns nach Oświęcim, besser bekannt unter dem deutschen Namen Auschwitz. Nach einer etwa anderthalbstündigen Busfahrt besuchten wir zunächst die Stadt selbst, ein Museum sowie ein jüdisches Café. Dort erhielten wir weitere Informationen über das Leben der jüdischen Bevölkerung vor dem Zweiten Weltkrieg und die Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung. Besonders bewegend war die Erkenntnis, dass es heute keine aktive jüdische Gemeinde mehr in Oświęcim gibt. Wo früher ein lebendiges jüdisches Leben existierte, erinnern heute vor allem Museen, Gedenkstätten und historische Orte an die Menschen, die dort einst lebten. Am Abend schauten wir gemeinsam den Film Schindlers Liste, der uns auf den Besuch der Gedenkstätte am folgenden Tag vorbereitete.
Der Donnerstag bildete den emotionalen Höhepunkt der Reise. Von 10:30 Uhr bis etwa 17:00 Uhr nahmen wir an einer ausführlichen Führung durch die ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau teil. Die Größe der Anlage, die erhaltenen Gebäude, persönlichen Gegenstände der Opfer wie unzählige Schuhe, Brillen und abgeschnittene Haare und die vielen historischen Informationen machten das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen auf eindringliche Weise deutlich. Für viele von uns war dieser Besuch sehr bewegend und emotional. Die Möglichkeit, die Orte mit eigenen Augen zu sehen, ließ die Geschichte greifbarer werden und führte bei vielen zu nachdenklichen Momenten. Am Abend hatten wir die Gelegenheit, unsere Eindrücke und Gefühle gemeinsam zu reflektieren und über das Erlebte zu sprechen.
Mit vielen neuen Erkenntnissen, nachdenklichen Gesprächen und bleibenden Eindrücken traten wir schließlich am Freitagmorgen um 7:30 Uhr die Heimreise an. Dank unseres Busfahrers verlief die Rückfahrt reibungslos, sodass wir gegen 20 Uhr wieder wohlbehalten in Unna ankamen.
Die Fahrt nach Polen war für uns alle eine besondere und wichtige Erfahrung. Sie hat nicht nur unser historisches Wissen erweitert, sondern uns auch gezeigt, wie wichtig Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit bis heute sind.
Hanna Grote, Sophie Dylla und Pauline Schwenke EF - 2025/26
